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In den ersten beiden Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts ist zwar Spanien in der Mode noch tonangebend, gleichzeitig behauptet sich aber auch mehr und mehr ein sehr kleines Land: nämlich Holland.
Holland, das von den verheerenden Auswirkungen des 30-jährigen Krieges verschont bleibt, ist zur führenden Wirtschafts- und Handelsmacht aufgestiegen. Ähnlich wie in der Renaissance erlebt die Kunst eine ungeheure Blüte. Die Gemälde Rembrandts, Rubens’, van Dycks usw. entstehen in dieser Zeit. Die Kleidung ist üppig und imposant, die Kragen sind riesig, die Röcke, unter denen sich eine Fülle von weiteren Röcken befindet, sind extrem breit. Es dominiert die Farbe Schwarz, die erst in den 30er Jahren von helleren Farben abgelöst wird.
In der Männerkleidung bleibt das Hauptbekleidungsstück das Wams, das jedoch seine Steifheit verliert. Die Ärmel sind - wie in der Renaissance - weit und bauschig, ebenfalls geschlitzt und häufig mit Spitzenmanschetten versehen.

Zwar wird weiterhin die Mühlsteinkrause getragen, daneben jedoch zunehmend auch Spitzenkragen. Die Hose wird enger und reicht bis über die Knie, auch sie wird an den Beinenden mit Spitzenmanschetten verziert.

Dazu trägt der Herr einen Hut, anfangs dem spanischen ähnlich, bekommt er im Laufe der Zeit eine immer breitere Krempe, die mit Straußenfedern oder einem Fuchsschwanz geschmückt wird.
In der Frauenkleidung dauert es länger, bis die starren ausgepolsterten Formen der spanischen Mode aufgegeben werden. Großer Wert wird nach wie vor auf die Betonung der Hüften gelegt, d.h. die Hüftpolster werden zunächst beibehalten. Das Mieder gibt seine extrem zugespitzte Form auf und ist bisweilen mit einem Schößchen versehen.
Die Ärmel - in den ersten beiden Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts noch recht eng und mit langen Überärmeln versehen - werden weit und bauschig und bisweilen auf Ellbogenhöhe nochmals zusammengerafft. Alle Ärmelformen bekommen zumeist ihre Spitzenmanschette
Weitaus länger als die Männer halten die Frauen an der Krause fest. So sieht man nicht selten Gemälde von Paaren, auf denen sie noch den Mühlsteinkragen trägt, während er bereits einen modischen Spitzenkragen umgelegt hat.
Ab Mitte der 30er Jahre setzt sich jedoch auch in der Frauenmode der Spitzenkragen durch und mit ihm auch das Dekolleté.
Der zunächst meist rechteckige Ausschnitt erweitert sich um die Jahrhundertmitte zu einem breiten Oval. Zum Verdecken nimmt man ein schleierartiges Tuch oder einen Dekolletékragen
Zu diesem Zeitpunkt werden die schwarzen Gewänder abgelöst von pastellfarbenen, die reichlich mit Bändern und Borten verziert werden.
Auch die Frauen setzen sich breitkrempige Hüte auf, die denen der Männer sehr ähnlich sind Die holländischen Frauen können sich allerdings nur schwer von ihren Häubchen trennen, die sie weiterhin in Form von Flügel- oder Diademhauben tragen
Eine typisch holländische Erfindung ist das Matinee, ein ursprünglich einfach gearbeitetes Jäckchen, das zumeist im Hause getragen wird. Im Laufe der Zeit wird es - aus Samt gefertigt und mit Pelz verbrämt - „ausgehfein”.
Im Jahr 1661 tritt in Frankreich König Ludwig der XIV die Regierung an und übernimmt damit gleichzeitig die politische und kulturelle Führung in Europa. Es dauert keine 10 Jahre, bis alle europäischen Fürsten genauso aussehen möchten wie der „Sonnenkönig“.
Die Männerkleidung wird sehr anschaulich im „Schergenteuffel“ beschrieben: innerhalb weniger Jahre gleichen die Männer einem Kramladen „so mit mancherley farben von Nesteln, Bändeln, Zweifelstricken, Schlüpffen … sind sie an Haut und Haaren , an Hosen und Wambs …behenket, beknöpfet und beladen.“
Das Wams schmilzt zusammen zu einem kleinen, vorn offenen Jäckchen, während die Hosen weiten Röcken gleichen. Bekannt geworden sind diese „Hosenröcke“ unter dem Namen Rhingrave. König Ludwig XIV liebte diese Art von Hosen und mit ihm natürlich der ganze Hof bzw. die europäischen Höfe.
Zum modisch wichtigsten Teil wird das Hemd, das zwischen Jäckchen und Hose und unter den Ärmeln hervorquillt. Erstmals bekommen die Soldaten eine einheitliche Kleidung.
Der Uniformrock, der auch vom König getragen wird - in ungleich prächtigerer Ausfertigung versteht sich - verliert seine Weite und bekommt allmählich eine Taille; er wird zum „juste-au-corps“, zum eng anliegenden Rock. Unter dem Justaucorps trägt man das Wams, das einen neuen Namen erhält: la veste.
Inzwischen schreibt man das Jahr 1780 und nun will die Rhingrave zu den beiden letzteren nicht mehr so recht passen. Sie wird folglich abgelöst von einer Kniehose mit normaler Weite, der Culotte.
Auch die Spitzenkragen vertragen sich nicht mehr mit den immer länger werdenden Haaren bzw. Perücken, so dass von ihm nur noch zwei schmale Streifen übrig bleiben, die vorn geknotet oder mit einer Schleife zusammen gebunden werden.
Überhaupt wird die Perücke zum wichtigsten Standeszeichen und Repräsentationsstück.
Mehr als repräsentativ sind auch die Stoffe, die für die Kleidung verwendet werden: so sind am Hofe ausschließlich Seiden, Samte und Brokate zugelassen. Diese wiederum sind so über und über mit Gold- und Silberstickereien bedeckt, zu Festlichkeiten auch mit Diamanten und Edelsteinen verziert und mit Spitzen versehen, so dass bisweilen vom Stoff kaum noch etwas zu sehen bleibt.
In der Frauenmode hält man länger am holländischen Vorbild fest als in der Männermode.
Gegen Ende des Jahrhunderts kehren die Frauen jedoch zurück zur höfischen Tradition: Der Rock bekommt wieder eine Schleppe, deren Länge - wie im Mittelalter - auf den Rang der Trägerin schließen lässt. Die Taille wird außerordentlich eng geschnürt und mit einer Spitze versehen.
Das Korsett wird zu einem selbständigen Kleidungsstück, d.h. es kann anstelle des Mieders getragen werden, mit Ärmeln versehen und aus kostbarem Stoff hergestellt werden. Häufig findet man eine ganze Reihe von Schleifen am Korsett, das Dekolleté ist außerordentlich großzügig.
Der Oberrock, meist aus dem gleichen Stoff wie das Mieder, ist vorn offen, kann über den Hüften gerafft und hinten hochgebunden werden. Bevorzugt werden Stoffe in leuchtenden Farben, gern wird auch wieder Rot getragen.
Im Laufe der Zeit erfreuen sich auch gestreifte und geblümte Stoffe wachsender Beliebtheit. Auch die Frau trägt seit den 80er Jahren eine Perücke, die sogenannte Fontange, einen Turmbau, der immer breiter und höher wird und schließlich den Kopf um ein bis zwei Kopflängen überragen kann.
   
Kostümbeispiele aus unserer Werkstatt

 


Zeit: 1670, Niederlande,

Bei dem hier gezeigten Barockkleid handelt es sich um eine Auftragsarbeit des
Museums Langenfeld.

Anlässlich eines Schädelfundes im Jahr 1964, der auf die Hinrichtung einer Frau in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert verwies, haben namhafte Wissenschaftler in den vergangenen Jahrzehnten den Fall ...

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Zeit: 1655, Niederlande,
nach einem Gemälde von Gerard ter Borch

Dieses Barockkleid wurde von uns aus einem hellgrünen Brokat nachgearbeitet und mit antiker filigraner Goldborte mit Metallfäden belegt.
Der weite Rock ist eingekräuselt und über ein Hüftpolster gelegt. Darunter befinden sich ...

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Zeit: ca. 1618, Niederlande,
nach einem Gemälde von Cornelis van der Voort

Wir haben dieses Barockkostüm aus schwarzem Baumwollsamt und schwarz-goldenem Brokat nachgearbeitet. Das hochgeschlossene verstärkte Mieder ist im Inneren mit zahlreichen Stäben versehen. Die engen Ärmel wurden mit perlenbestickten Schulterwülsten und zarten Seiden-Spitzenmanschetten versehen. Die weiten bodenlangen Oberärmel bleiben ...

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