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Kostümbeispiele aus unserer Werkstatt


 

Biedermeier-Kinderkleider

Zeit: 1860er Jahre

Als Auftragsarbeit für das Puppenmuseum in Fischach, das voraussichtlich im Juni 2012 neu eröffnet wird, entstand dieses Ensemble, bestehend aus zwei Damen- und zwei Kinderkleidern.
Die cremefarbene Baumwolle des hellen Kleides ist mit zarten altrosafarbenen Stickereien versehen. Die eng taillierte Jacke wird vorn geknöpft; die gerafften Blusenärmel werden von den für diese Epoche typischen ...

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Biedermeier-Kinderkleider 2

Farblich und stilistisch aufeinander abgestimmt entstanden diese drei weiteren Kleider als Nachtragsauftrag für das Puppenmuseum Fischach.

Bereits in den 1850er Jahren bis in die späten 60er Jahre hinein begannen sich Karomuster in allen Varianten großer Beliebtheit zu erfreuen. Wir wählten für dieses Kleidchen, dessen Schnitt auf ein Original aus dem Jahr 1869 zurückgeht, einen Baumwolldruck, der die Farben des grünen ...

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Biedermeier-Kinderkleider 3

Die Ergebnisse eines zweiten Nachtragauftrags für das Puppenmuseum Fischach zeigen wir hier:

Wiederum genau abgestimmt auf die vorangegangenen Kleidungsstücke der Gruppe fertigten wir diese drei Kinderkleider. Einen Baumwollmousseline mit eingewebten Pünktchen – ein im 19. Jahrhundert sehr beliebtes Material, das sich bereits in der Empiremode findet – färbten wir in ein zartes Pastellgrün ein, um so den farblichen Zusammenhalt ...

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Blaues Biedermeier-Ballkleid

Epoche: Spätbiedermeier / Krinolinenmode, ca. 1850

Dieses Ballkleid basiert auf einer Zeichnung der Modezeitschrift "Les Modes Parisiennes" aus dem Jahr 1853. Für das Oberteil stand das berühmte Winterhalter - Gemälde aus dem Jahr 1855 Pate, das die Fürstin Carolath darstellt.
Wir fertigten dieses Kleid aus hellblauer handgewebter Rohseide und besetzten es mit weit über tausend ...

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Rotes Biedermeier-Kleid

Zeit: um 1840, Deutschland

Für die Pianistin Martha Enkirch entwarfen wir dieses Kostüm des ausgehenden Biedermeier.
Einen besonderen Glücksfall stellte es für uns dar, einen originalen Brokat des 19. Jahrhunderts erwerben zu können, der von der Substanz her gerade noch stabil genug und von der Menge her gerade noch ausreichend war, um diese Idee umsetzen zu können. Als Grundlage diente uns
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Violettes Biedermeier-Kostüm

Zeit: 1850

Aus einer violetten Seide wurde dieses Kleid gefertigt. Wurde wenige Jahre zuvor der Unterrock mit Volants getragen, so hat sich diese Form nun nach außen gekehrt. Je weiter die Zeit fortschreitet, desto mehr Volants sind zu finden. Bei diesem Kostüm befinden wir uns noch in der Anfangszeit, es sind also ...

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Blaues Biedermeier-Kinderkleid


Zeit: um 1830

Die kleine Emma – 7 Jahre alt – wünschte sich zum Geburtstag von ihren Eltern ein Biedermeierkleid.
Mit großem Stilgefühl hat sie sich eine Vorlage des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg ausgesucht, das wir in blauer Seide umsetzten. Typisch sind die großen, tief angesetzten Keulenärmel mit den engen Ärmelabschlüssen. Damit das Kleid mitwächst, haben wir etwas geschummelt und die Manschetten mit ......

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Blaues Biedermeier-Ballkleid

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Kostümgeschichte


 
Um 1818 beginnt die Zeit der Rezession, gekennzeichnet durch eine unterdrückte Meinungsfreiheit und einen Rückzug in eine gefühlvolle, bisweilen aber auch enge Privatsphäre. Bekannt ist diese Epoche vor allem unter dem Namen ‚Biedermeier'.
So ist es kein Zufall, dass gerade in dieser Zeit in der Malerei besonders viele Familienbilder im häuslichen Kreis entstehen.

Die Männerkleidung bleibt im wesentlichen unverändert und wird allenfalls etwas einfacher. Leibrock oder Redingote bleibt die Tageskleidung des bürgerlichen Herrn.

Redingote 1 Redingote 2  
Bis zur Mitte des Jahrhunderts gehört auch der Frack zur
Tageskleidung. Für festliche Anlässe ist er das einzig akzeptierte Kleidungsstück.
Er kann à la francaise – vorn bogig geschnitten – oder à l'anglaise – vorn eckig geschnitten sein. Die Schöße des Fracks erweitern sich im Rücken immer stärker
glockenförmig.
Die Ärmel der 20er und 30er Jahre werden – parallel zur Damenmode – immer bauschiger, bis sie dann in den 40er Jahren wieder anliegen.
Frack mit hohem Kragen  
Kragen und Revers sind wattiert und folgen der Körperform. Zur Eleganz des Biedermeierherrn gehört die schlanke Taille, so dass die Herren des öfteren sogar ein Korsett tragen.

Die Kniehose gerät völlig aus der Mode. Es werden ausschließlich Pantalons getragen, in der Taille in Falten gelegt. Sie sind teilweise so lang, dass sie den Fuß bedecken. In diesem Fall wird die überflüssige Länge über dem Spann ausgeschnitten und ein Steg angearbeitet, der unter dem Schuh durchgezogen wird und damit die nötige Straffheit verleiht. Diese Form findet sich bis zur Jahrhundert-mitte.

Die anfangs noch kräftigen Farben der Fräcke tendieren im laufe der Jahre immer mehr zum Schwarz. Die hierzu getragenen Beinkleider sind stets heller. Die Westen dürfen weiterhin bunt sein: jede Art von Blümchen- , Streifen- und Karomuster ist erlaubt. Der stets andersfarbige Futterstoff sorgt zusätzlich für Farbigkeit.
Am Abend trägt der Herr zum Anzug ein Jabot. Der Kragen entwickelt sich in den 20er Jahren zum sogenannten ‚Vatermörder', einem extrem hohen
Gebilde.
Die Krawatte bleibt weiterhin ein wichtiges Accessoire. Sie gewinnt so sehr an Bedeutung, dass sie sogar zum Ausdruck der Gesinnung wird:
Künstler werfen sich das Halstuch lässig um, die Krawatten der Freigeister und Romantiker sind schwarz, während die Konservativen eine weiße gestärkte Krawatten kunstvoll binden. Genauso zeugt das Tragen eines Bartes von einer demokratischen Gesinnung, so dass er in manchen Staaten sogar verboten wird.
Der Zylinder hält sich sogar bis ins 20. Jahrhundert hinein als ‚Chapeau Claque', als ein zusammenklappbares Modell. Tagsüber werden Halbstiefel getragen, abends eine Art Pumps.
Zylinder Zylinder und Schute Drei Zylinder
In der Frauenkleidung reicht mit Beginn der 20er Jahre die Taille wieder in ihre eigentliche Position. Das Mieder betont den Körper wieder stärker, die Röcke werden weiter und kürzer, der freie Faltenwurf taucht wieder auf.
Auch das Korsett ist wieder da. Im laufe der Jahre wird es immer enger geschnürt.
Ein Patentmieder – 1833 erfunden – ermöglicht es den Damen, durch Ziehen einer am Busen angebrachten Schleife sich augenblicklich Erleichterung zu verschaffen für den Fall einer drohenden Ohnmacht.
Die schlanke Taille wird zusätzlich betont durch in den 30er Jahren aufkommende gigantische Ärmel, sogenannte ‚Keulen-" oder "Schinkenärmel". Diese voluminösen Gebilde halten ihre Form mit Hilfe von Fischbeingestellen.
Die eigentliche Schulteransatzlinie reicht dabei im laufe der Zeit immer tiefer, bis sie schließlich kurz über den Ellbogen beginnt. 1836 nimmt diese Entwicklung ein jähes Ende: die Ärmel liegen nun wieder eng an.
Das Dekolleté beginnt in den 20er Jahren breiter zu werden. Häufig besitzt es einen Spitzenbesatz, die sogenannte Berthe.
Sehr oft ist der Kragen in Falten gelegt, bisweilen ist auch das gesamte Vorderteil des Mieders gefältet.
Faltenkragen 1 Faltenkragen 2 Faltenkragen 3 Faltenkragen 4 Mieder gefältet 1 Mieder gefältet 2
Die zunehmend wieder länger werdenden Röcke können mit Hilfe eines ‚Pagen', einer an einem Band befindlichen Agraffe, nach oben gerafft werden. Die Röcke werden immer breiter. In viele kleine Fältchen gereiht, zieht man mehrere übereinander.
Die Unterröcke werden versteift, teils mit Rosshaar. Die Anzahl nimmt ständig zu und erreicht schließlich ein halbes Dutzend. Sie sind stets weiß. Farbige Unterwäsche gilt als unmoralisch. Nicht mehr unmoralisch ist hingegen das Tragen einer Hose, die seit den 20er Jahren fester Bestandteil der Unterwäsche ist. Sie ist meist knie- oder wadenlang.
Da die extrem weiten Ärmel das Tragen von Mänteln kaum möglich machen, entwickelt sich die sehr weite ‚Rotonde'. Ansonsten trägt die Dame des Biedermeier als Witterungsschutz ein Mantelkleid, ähnlich geschnitten wie das normale Tageskleid, nur aus dickerem Stoff bestehend.
Hinzu kommen Capes, Pelerinen, Fichus, Canezous, bis zur Taille reichende Schulterkragen und weiterhin auch Schals.
Die hauptsächliche Kopfbedeckung ist die Schute – ungebrochen beliebt über Jahrzehnte hinweg. Sie besteht aus einem hohen Kopf mit breiter Krempe und wird mit einem Band unter dem Kinn zusammen gebunden. Als ein Mittelding von Haube und Hut kann sie sowohl aus Stroh als auch aus Stoff bestehen.
Am Abend trägt man Turbane. Man behält die Kopfbedeckung bei Besuchen und im Theater stets auf.
Die Garnierung der Kleider ist überreichlich: Plissee- und Faltenpartien, zahlreiche Volants, Spitzen, Bänder und künstliche Blumen. Beliebt sind Streifen mit durchsetzten Streublümchen zwischen, aber auch Karomuster.
Findet man zu Beginn der Biedermeierzeit auch am Abend Baumwollkleider, so werden diese gegen Ende wieder von Seiden- und Samtstoffen abgelöst. Besonders changierende, das Licht reflektierende Seidenstoffe erfreuen sich großer
Beliebtheit.
Das Biedermeier endet 1848 mit der Niederlage der bürgerlichen Revolution.
Es beginnt die Zeit der Technisierung und Industrialisierung. Für Fabrikanten und andere Großunternehmer bleibt nicht mehr die Zeit, sich um Moden zu kümmern. Die Kleidung muss vor allem praktisch sein. So verschwindet das Herrenkorsett gänzlich, ebenso wie die Farbigkeit, selbst bei Westen und Krawatten. Es herrschen Grau- und Schwarztöne vor.
Um 1850 halten das Jackett und das Sakko mit wenig Taille Einzug in die Mode. Der Frack bleibt weiterhin das Kleidungsstück für den Abend.
Gänzlich entgegengesetzt verläuft die Entwicklung in der Frauenmode: ihr Teil ist es nun, den Reichtum des Mannes zu repräsentieren. Die Kleider werden immer aufwendiger, die Röcke immer weiter, so dass diese Epoche in der Kostümgeschichte unter dem Begriff ‚Zweites Rokoko' genannt wird.
Unterstützt wird diese Entwicklung durch modebewusste junge Kaiserinnen und Königinnen wie Eugenie in Frankreich,
Kaiserin Eugenie 1 Kaiserin Eugenie 2 Kaiserin Eugenie 3 Kaiserin Eugenie 4
Elisabeth in Österreich,
Isabella II von Spanien,
und Victoria in England.
Königin Victoria - 1 Königin Victoria - 2
Nicht zuletzt rührt die Bezeichnung ‚Zweites Rokoko' auch daher, dass – wie im ersten Rokoko –
der Reifrock wieder die Form der Röcke bestimmt. Die zahlreichen Unterröcke des Biedermeier
reichen für die Formgebung der gewaltigen Stoffmassen nicht mehr aus, so dass sie stärker gestützt werden müssen. Dies geschieht mittels einer Krinoline, eines Reifrockes mit
eingezogenen Stahlschienen, der zu Beginn der 1850er Jahre aufkommt und seinen Hauptumfang in den 1860er Jahren erreicht.
Die Form wechselt von einer kuppelförmigen zu Beginn der 1850er Jahre über zu einer pyramidenförmigen. In den 1860er Jahren wird der Rock vorn flacher, um sich nach hinten hin in die Länge zu ziehen. Industriell hergestellt, ist die Krinoline bald preiswert zu erwerben und kann so von allen Schichten getragen werden.
Krinoline um 1850 Kleider um 1850 Kleider um 1850 Reifrock Reifrock Reifrock Reifröcke der Ballkleider
In der Abendmode bestehen die Kleider häufig aus Gold- und Silberbrokaten, aber auch changierende Stoffe und Moiré werden gern getragen Der Saumumfang kann durchaus zehn Meter erreichen und der Durchmesser des Rockes zweieinhalb. Das Dekolleté wird von einer Berthe eingerahmt. Aber auch Musseline-, Gaze- und Tüllkleider sind zu finden, die ebenso kostspielig wie die Seidenroben sind und aufgrund ihrer Empfindlichkeit nur wenige Male getragen werden können.
Sie sind üppigst besetzt mit Rüschen, Volants und Blumen. Häufig sind diese zarten Stoffe auch in Kombination mit schweren Brokaten und Atlasgeweben zu finden.
Atlasgewebe - 1 Atlasgewebe - 2 Atlasgewebe - 3 Atlasgewebe - 4 Atlasgewebe - 5
Selbst in der Tageskleidung, die stets hochgeschlossen ist, sind Seidenstoffe üblich. Auch auf der Straße werden Schleppen von ein bis zwei Metern Länge getragen.
Gegen Ende der 60er Jahre wird wieder die aus dem ersten Rokoko bereits bekannte Polonaise modern, d.h. die Röcke werden seitlich und hinten mittels Bändern nach oben gerafft.
Polonaise 1 Polonaise 2
Damit kündigt sich bereits die Tornürenmode der Gründerzeit an.