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Kostümbeispiele aus unserer Werkstatt

 
 

Gründerzeit-Tournürenkleid

Zeit ca. 1873

Anlässlich einer Ausstellung im Schloss Letzlingen entstand nach einem Originalschnitt dieses Kleid aus der frühen Tournürenzeit.
Gefertigt wurde es aus einem schweren mit Goldfäden durchwirkten Seidenbrokat und einem zarten Seidenorganza. Mit diesem kostbaren Material und natürlich mit den zahllosen Fältelungen und Raffungen bringen wir einerseits die Opulenz der Epoche zum Ausdruck und vermeiden andererseits ...


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Abendkleider Zeit: 1912-13

Auch hier finden sich wieder die hoch gesetzten Tai llen, der feine Seidenchiffon und die kostbaren Handstickereien.

Das altrosafarbene Kostüm wird drapiert über einem schiefergrauen Seidenkleid, das an Saum und Ärmeln mit goldfarbener venezianischer Spitze besetzt ist. Der darüber liegende Rock aus Seidenchiffon wurde am ...

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Kürasstaillenkleid

Zeit um 1880

Für die Living History Veranstaltung ‚Der Kaiser kommt’ fertigten wir dieses Kürasstaillenkleid für die Darstellerin der Kaiserin Augusta.

Bei der Entwurfsplanung einigten wir uns schnell auf einen aussagekräftigen, d.h. breit gestreiften Seidenstoff. Die weltweite Suche danach nahm gut ein halbes Jahr in Anspruch. Wir fanden schließlich einen sehr raffinierten Seidentaft, dessen Streifen in sich changierend sind und je nach Lichteinfall ein ...

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Tournürenkleid

Zeit um 1915

Dieses glamouröse Belle epoque Kleid besteht aus drei Lagen:
einem goldfarbenen Seidenunterkleid mit Ärmeln aus Seidenorganza, im Oberteil handbestickt mit kleinen Perlen, einem Überkleid aus zarter antiker Tüllspitze und
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Tageskleider Zeit: 1912

Typische Stilmerkmale der beiden Kleider der Belle Epoque sind die hochgesetzten Taillen, die mehrlagigen Rockteile un d die duftigen Materialien. Passend dazu fertigten wir zwei Strohhüte mit Blume n, Federn und Tüllschleife.

In das gestreifte Baumwollkleid wurde eine sehr gut erhaltene Originalbluse aus zartem Musseline eingearbeitet. Hohe Spitzenkragen trug man in der Belle Epoque bis...

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Hüte Zeit: 1910-1913

Was wäre die Belle Epoque ohne ihre Hüte? Vom ‚Wagenrad’ bis zum ‚Topf’, von üppigst garnierten Modellen mit Stoffmassen und Blumenbergen, riesigen Federn und Schleifen bis hin zu einfachen Varianten mit raffiniert umschlungenem Schal findet sich alles.


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Tornürenkleid aus gemusterter Seide Zeit ca. 1883

Für dieses schlichte Promenadenkleid wählten wir eine hellblau-cremefarben gemusterte Seide.
Den einzigen Zierrat der Jacke bilden die 24 antiken Goldknöpfe und die antike Brosche, die im Stein die Farben der Seide aufnimmt.
Die Jacke ist mit Rosshaar versteift; Spiralfedern sorgen...

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Empfangskleid Zeit: 1912-13

Nach einem Originalschnitt aus dem Jahr 1913 fertigten wir dieses Nachmittagskleid aus einem Seiden-Baumwolldamast. Säume und Halsausschnitt sind belegt mit einer antiken Federb oa und unterlegt mit gefältetem Organzaband. Über dem Kleid wird eine Tunika aus Seidenorganza mit antiker Spitze getragen. Opulente Schleifen wie
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Abendkleider Zeit 1911-12

Die drei Kostüme zeigen auf unterschiedliche Art die typische Abendmode der Titanic Ära: die zarten Materialien, die hoch geset zte Taille und die malerischen Drapierungen unterschiedlicher Stoffe.

Das rote Kleid wird mit einer Tunika aus mehrlagigem roten und cremefarbenen Seidenchiffon getragen. Das Oberteil - gerafft, gebunden und mit Perlenschnüren belegt - lässt

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Jugendstil-Kleid aus Batist

Zeit: um 1900

Für eine Fernsehdokumentation über die Geschichte des Korsetts fertigten wir ein S-Korsett, das die um 1900 geforderte Silhouette – hervorgeschobene Brust und eingezogener Bauch – ermöglicht. Dieser Korsettschnitt drückt die Organe nach innen und erschwertdas Atmen. Von allen Korsettformen ist diese sicherlich die unbequemste.

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Jugendstil-Brautkleid

Besuchen Sie auch unsere Hochzeitsgalerie.
 
 

 

Kostümgeschichte


 
Nach dem Deutsch-Französischen Krieg, der mit einem Sieg Deutschlands endet, entwickelt sich zu Beginn der 1870er Jahre durch Spekulation, Börsengeschäfte und immer rasanter entwickelnde Industrialisierung eine Hochkonjunktur von noch nie da gewesenem Ausmaß. Die in der Gründerzeit sehr schnell reich werdenden Großbürger sind bemüht, ihren Wohlstand deutlich zur Schau zu stellen. Ein Abgleiten ins Überladene, Protzige findet dabei auf allen Gebieten statt.

In Architektur, Innenarchitektur, Bildender Kunst und in der Mode orientiert man sich an den barocken Formen des Hofes von Ludwig XIV.
An der Männermode ändert sich gegenüber den vergangenen Jahrzehnten kaum etwas. Um 1880 verändert sich die Form des Stehkragens zugunsten des Klappenkragens, 1889 wird in England der Smoking eingeführt, um diese Zeit etwa erscheinen auch die ersten farbigen Hemden und 1896 schließlich finden wir Hosen mit Bügelfalten.

In der Frauenmode tauchen nun in übertriebener Form die in der Zeit des späten 17. Jahrhunderts hoch gebauschten Röcke wieder auf. Damit diese im Rückenteil genügend Halt haben, wird um die Taille ein Gestell gebunden, das über dem
Gesäß hufeisenförmig ausgeformt ist. Es kann aus Stahlschienen oder Rosshaarpolstern bestehen und nennt sich Tournüre. Nach diesem Gestell ist die Mode in die Kostümgeschichte als 'Tournürenmode' eingegangen.

Als Erfinder gilt der Engländer Charles Frederick Worth.
Worth ist auch Begründer der Haute Couture. Er kleidete unter anderem Kaiserin Elisabeth von Österreich, Kaiserin Eugénie von Frankreich, Königin Victoria von England und die Fürstin Pauline von Metternich ein.
Die Tournüre hat gewaltige Mengen an Stoff zu tragen. Über dem Unterrock befinden sich nochmals mehrere Schichten an Röcken aus Oberstoff in den vielfältigsten Raffungen und Drapierungen. Hinzu kommen - auch in der Tageskleidung - die Schleppen mit üppigsten Garnierungen.
Das Korsett wird weiterhin getragen und im laufe der kommenden Jahrzehnte immer enger geschnürt. Das Dekolleté findet sich nur noch in der Abendmode, häufig sehr weit ausgeschnitten. Die Tageskleidung hingegegen ist hoch
geschlossen und immer mit langen Ärmeln versehen.
1878 kommt die Tournüre plötzlich aus der Mode. Nun sind die Röcke bis zu den Knien herab extrem eng geschnitten. So eng, dass die Trägerin kaum noch damit laufen kann. Erstmals in der Modegeschichte werden die Hüfte und die Beine in die
Schnittgestaltung der Kleidung einbezogen. Die Silhouette der 'schlanken Linie' ist erfunden. Sie läuft unter dem Namen 'Kürasstaille'.
1883 erscheint die Tournüre nochmals in Mode, um dann - immer kleiner werdend in den Cul de Paris übergehend - gegen Ende des Jahrzehntes dauerhaft zu verschwinden. Diese zweite Tournürenmode ist in der Silhouette insgesamt
schmaler.
Die Tageskleider in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bestehen zumeist aus Seiden- und Wollstoffen. Am Abend werden schwere kostbare Seidengewebe wie Brokate, Atlasstoffe und Damaste getragen. Sowohl Tages- als auch Abendkleider sind über und über mit Rüschen, Litzen, Fransen usw. garniert. Vor allem Spitzen und Posamenten können gar nicht genug zum Einsatz kommen. Der Materialverbrauch und damit verbunden auch die Kosten
sind immens. Hinzu kommt, dass die Besätze zumeist von Hand aufgenäht werden müssen, was auch bei niedrigen Arbeitslöhnen aufgrund der Fülle einen nicht unerheblichen Kostenfaktor darstellt.
Seit den 1880er Jahren verstärkt sich die Bemühung um Reformkleidung, für die sich die Präraffaeliten in England bereits einige Jahrzehnte zuvor einsetzten. Vor allem Ärzte weisen auf die gesundheitlichen Schäden durch das Tragen von Korsetten hin und fordern deren Abschaffung.
Ganz neu kommt in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts - ausgehend von England - das Kostüm auf. Es zeigen sich hier bereits Einflüsse der Reformkleidung. Das Kostüm wird schließlich zu einem unverzichtbaren Kleidungsstück, zunächst für die arbeitenden Frauen, deren Zahl ständig zunimmt, in der Folge aber auch für das reiche Bürgertum.

Der Welthandel nimmt in den 90er Jahren einen schwunghaften Aufstieg. Immer mehr technische Erfindungen werden gemacht, immer mehr neue Rohstoffe und Materialien werden geliefert. Diese Zeit der 'Belle Epoque' hält bis zu Beginn des ersten Weltkrieges an.
Greift man zu Anfang dieses Jahrzehntes in der Mode noch auf vergangene Formen zurück, vor allem auf die riesigen Keulenärmel des Biedermeier, so entwickelt sich bereits Mitte des Jahrzehntes ein ganz neuer Stil: der 'Jugendstil'.
Charakteristisch für die Mode des Jugendstils ist die schmale Silhouette. Der Rock wird ohne Untergestelle und mit nur einem Unterrock getragen. Er legt sich um die Hüften extrem eng an, um sich nach unten hin mittels aufspringender Falten und Plissees umso stärker auszuweiten. Daraus entwickelt sich der Glockenrock, der in mehreren oben schmalen und unten breiten Bahnen geschnitten ist. Für diesen ist häufig sogar im Vorderbereich eine Überlänge vorgesehen, so dass er beim Gehen gerafft werden muss. Der dabei sichtbar werdende Unterrock - der Jupon - wird zu einem wichtigen Bestandteil der Mode und ist bisweilen kostbarer als das darüber getragene Kleid. Er ist immer aus Seide gefertigt. Auch die Kleider sind mit Seide gefüttert.
Chiffons, Crepe de Chine, Spitzenstoffe und andere zarte transparente Materialien gehören zu den Favoriten dieser Epoche.
Der Aufputz bleibt weiterhin üppig.
 
Sehr in Mode sind übergroße Hüte, verschwenderisch mit Blumen, Federn, Tüllschleiern und Bändern dekoriert. Die Haare werden immer voluminöser auftoupiert und benötigen bald künstliche Verstärkung.
Die berühmte S-Linie mit der vorgewölbten Brust wird mittels eines neuartig geschnittenen Korsetts erreicht, dass nicht nur die Taille, sondern auch den Bauch eng schnürt, und zwar so eng wie nie zuvor. Taillen von 55cm und weniger sind
Durchschnitt.
Dieses jegliche anatomischen Gegebenheiten ignorierende Korsett und die enge Schnürung desselben führt sogar zu Todesfällen und damit zu einem Ende der Korsett-Ära. Künftige Modelle dienen nicht mehr der Modulation der Formen, sondern der Verstärkung und Stützung des Körpers.
Um die Jahrhundertwende erfreut sich die Bluse immer größerer Beliebtheit, zunächst nur bei den arbeitenden Frauen, später auch in den höheren Gesellschaftsschichten, wo sie aus kostbaren Materialien gefertigt ist. Sie bildet eine ideale Ergänzung zum Kostüm, das aus der Bekleidung nicht mehr wegzudenken ist.
Die Jacke des Kostüms ist in der Taille mehr oder weniger eng geschnitten, bisweilen sogar gerade. Die Röcke werden teilweise noch immer mit einer Schleppe getragen.
Zu einem wichtigen Bestandteil der Garderobe wird der Mantel. Alle Formen von einem taillierten Schnitt bis hin zu einer sackartigen Gestaltung sind zu finden.
Erstmals in der Geschichte der Mode wird Pelz nicht als Besatz oder Innenfutter getragen, sondern kehrt sich nach außen.
In der ausgehenden Belle Epoque ist der Einfluss asiatischer, vor allem japanischer Kleidung unübersehbar. Dieser sehr malerische Stil verwischt mittels geschickter Drapierungen die Körperform. Häufig finden sich an den Kleidern und Mänteln
Kimonoärmel.
Es werden weiterhin kostbare Materialien und Stickereien verwendet.

Mit dem Beginn der Wirtschaftskrise 1908 wird die Tagesmode zunehmend zurückhaltend. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hat sich das Erscheinungsbild der Frau grundlegend gewandelt.